BANKS api

BANKSapiblog

« zurück zur Übersicht

Das finanzielle Blutbild – Bancassurance 2.0

09.05.2018, 16:46 Uhr, von Jan Wichmann

Die EU-Richtlinie PSD2 ist Anfang des Jahres in Kraft getreten. Dritte können nun auf Kontodaten zugreifen. Eine Chance auch für Versicherer.

Das halbe Leben steckt in einem Leitz-Ordner auf dem Dachboden. So läuft es bei vielen: Sie heften alle Versicherungen ab, die sie je abgeschlossen haben. Die Auslandsreiseversicherung vor der Rucksacktour. Die Zahnzusatzversicherung wegen der Keramikkronen. Die Hausratsversicherung nach dem Altbauumzug. Alles sorgsam verstaut, dann halb vergessen. Überblick sieht anders aus.

Das Durcheinander auf dem Dachboden digital und automatisiert beenden. Kontoumsätze nach Versicherungsprodukten bündeln, einordnen, aufbereiten. An die Stelle vom staubigen Leitz-Ordner rückt ein digitaler Versicherungsordner – automatisiert, digital aufbereitet durch einen finanziellen Blutbild-Check. Utopie? Nein. Hallo neue Welt!

Ermöglicht hat diese Entwicklung die EU-Richtlinie PSD2, die Anfang des Jahres in Kraft getreten ist. Ziel der Richtlinie ist es, Geldtransfers einfacher, preiswerter und sicherer zu machen. Sie beendet das Monopol der Banken – beim Zugriff auf Kontodaten. Die PSD2 öffnet den Wettbewerb für dritte Zahlungsdienstleister und lässt kundenzentrierte Produkte entstehen.

Die Lage: Banken müssen Dritten den Zugang zu Bankkonten gewähren. Voraussetzung hierfür: der Endkunde stimmt zu. Die BaFin beaufsichtigt solche Drittanbieter. Daraus ergeben sich neue Geschäftsmodelle für Banken, die zunehmend auf Finanzmanagement-Apps und Multibanking-Aggregation setzen. Daraus ergeben sich aber auch neue Geschäftsmodelle für Versicherer.

Bancassurance 2.0 – ganzheitlich, digital ergänzt. Die neue Symbiose von Bank und Versicherung.

Versicherer können zukünftig am Bankkonto ablesen, wie sich die Lebensumstände ändern. Hochzeiten, Geburten, Jobwechsel – die Kontodaten verraten solche einschneidenden Ereignisse. Und sie zeigen natürlich auch Neuanschaffungen. Wer sich das neue MacBook Pro 15 Zoll zugelegt hat, wird die 2.799 Euro nicht bar berappt haben.

Ob Gehaltserhöhung oder MacBook: Hieraus können Versicherer ableiten, welche Policen der Kunde braucht oder nicht mehr braucht. Sie zeigen bestehende Deckungen auf, erkennen Lücken, machen Verbesserungsvorschläge. Wer eine Gehaltserhöhung bekommen hat, will eventuell die Altersvorsorge anpassen, wer ein MacBook gekauft hat, will vielleicht AppleCare abschließen.

Dass Banken auch Versicherungen anbieten, ist nicht neu. Bancassurance gibt es offiziell seit dem Siebzigern. Neu ist hingegen, dass eine App den Überblick über Ausgaben und Einnahmen, Depots und Versicherungen verschafft. Anhand der Transaktionshistorie erkennen die Versicherer den aktuellen Bedarf. Keine schlechte Ausgangssituation für eine ganzheitliche Beratung – nur diesmal ergänzt um digitale kundenzentrierte Tools, die etwa Lebensereignisse und Persönlichkeitsmerkmale berücksichtigen.

Erlebt BANKSapi im Pitch am 16. Mai 2018 in Köln auf der INNOVATIONSforBANKS und am 17. Mai auf der Bitkom #digiba18 in Berlin. Trefft uns vor Ort.

Dieser Artikel wurde verfasst von Jan Wichmann.

« zurück zur Übersicht